agr - Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V.
die agrthemenpresseserviceintern
agr - Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V.

presse

Pressemitteilungen

AGR fordert Stopp der Wald- und Artensterbenskampagne des Naturschutzes24.01.2012

In deutschen Wäldern wachsen mehr Laubbäume als je zuvor. Etwa 70 Prozent der jungen Bäume sind Buchen oder Eichen – und sie werden immer älter. Die nun von Umweltverbänden und Bündnis 90/Die Grünen geforderten Einschlagstopp in alten Buchenwälder ist kalkulierte Panikmache.

Berlin, 24. Januar 2012 – „Der Ruf nach einem Einschlagstopp in alten Buchenwäldern ist reiner Populismus und entbehrt jeder fachlichen Grundlage.“, kommentiert Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR), aktuelle Meldungen von Umweltverbänden und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN. Die Daten der letzten Bundeswaldinventuren widerlegen anschaulich die Behauptungen der Umweltverbände, die deutsche Forstwirtschaft bedrohe das Waldnaturerbe.

Laubwaldfläche nimmt rapide zu

Mit dem verstärkten Anbau von Laubholz in Deutschlands Wäldern geht die Nadelholzfläche kontinuierlich zurück. Die Laubwaldfläche hat nach Ergebnissen der Inventurstudie aus dem Jahr 2008 allein zwischen 2002 bis 2008 um 2 % zugenommen. Damit haben Laubwälder inzwischen einen Anteil von mehr als 43 % an der Gesamtwaldfläche von 11 Millionen Hektar. Die größte Zunahme innerhalb eines Jahrzehnts verzeichneten mit mehr als 83.000 Hektar gerade die in Deutschland angeblich bedrohten Buchenwälder.

Wälder werden immer älter – gleichzeitig steigen die Totholzvorräte

Eine weitere Erkenntnis der Waldinventuren ist, dass unsere Wälder immer älter werden. Dabei nimmt insbesondere die Fläche der alten Buchenwälder im privaten- wie auch im öffentlichen Wald von Jahr zu Jahr zu. Insgesamt ist die Fläche der über 140 Jahre alten Laubwälder mit mehr als 550.000 Hektar 2,5 mal so groß wie die gleichaltriger Nadelwälder. Der für den Erhalt bestimmter Arten bedeutende Totholzanteil, stieg ebenfalls an: Seit 2002 um 19 %, womit er bereits im Jahr 2008 mehr als 24 Kubikmeter pro Hektar betrug. Das entspricht etwa dem Volumen von sechs abgestorbenen Altbuchen auf einer Fläche von 100 mal 100 Metern. Die Daten der Inventuren zeigen so sehr anschaulich, dass keine Plünderung der wertvollen Altbuchenwälder stattfindet.

Biologische Vielfalt durch Nutzung der Wälder

Entgegen der Behauptung, einzig die Stilllegung großer Waldgebiete führe automatisch zu einer größeren Artenvielfalt, zeigen Untersuchungen, dass in einem nachhaltig bewirtschafteten Wald die Artenzahl deutlich höher ist. Erst zielgerichtete Waldpflegemaßnahmen erzeugen vielfältige Strukturen, bringen Licht und Wärme auf den Waldboden und schaffen so günstige Voraussetzungen für ökologische Nischen. Wenn Waldflächen aus der Nutzung genommen werden, profitieren zwar einige wenige Arten, die Lebensräume anderer Arten wiederum verändern oder verschlechtern sich.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Die Laubholzsägeindustrie, überwiegend spezialisierte kleine und mittelständische Sägewerke, sind auf eine kontinuierliche Versorgung mit Buchenstammholz angewiesen. Ein Einschlagstopp auf zehn Prozent der Landeswaldfläche bedeutet, mehr als 300.000 Hektar aus der Nutzung zu nehmen. Sollte das auch noch auf Laubholz oder sogar auf Buchenwälder beschränkt werden, wäre das eine existenzielle Bedrohung für unsere Laubholzsägeindustrie. Diese würde dadurch bis zu 50 %, je nach Standort und Einkaufsradius bis 100 % ihrer Rohstoffbasis verlieren.

Fazit

„Die Umweltverbände instrumentalisieren die Ängste der Menschen vor Klimawandel und Waldzerstörung für ihre Zwecke. Damit treiben sie eine Segregation unserer Wälder in Totalschutzzonen und Wirtschaftwald, ungeachtet der Erfolge der multifunktionalen Waldbewirtschaftung, voran.“, so Ohnesorge. Gleichzeitig verschlafen sie Zusehens, sich konstruktiv in den Dialog um eine möglichst klimaeffiziente Holznutzung einzubringen. Eine Übernutzung der Wälder hat zum Klimawandel beigetragen, eine maßvolle Nutzung unserer Wälder wie sie heute in Deutschland Standard ist, trägt aktiv zum Schutz unseres Klimas bei – im letzten Jahr mit 105 Millionen Tonnen eingesparten Kohlendioxids durch die Verwendung von Holz.

Weitere Presseartikel
AGR-Präsident Leonhard Nossol

04.09.2018
Einschlagstopp gefährdet regionale Wertschöpfung
Den ganzen Artikel lesen

Wappen des Landes Hessen

25.07.2018
RiBeS: Gute Aussichten für die künftige Holzverfügbarkeit in Hessen
Den ganzen Artikel lesen

Besuch des brandenburgischen Landwirtschaftsministers (2. von rechts) bei Swiss Krono

04.05.2018
Brandenburgischer Landwirtschaftsminister Vogelsänger besucht Swiss Krono
Den ganzen Artikel lesen

25.04.2018
Vernachlässigte Weißtanne
Den ganzen Artikel lesen

Rohstoffgipfel/Sägewerkskongress 2018

14.03.2018
Holzindustrie 2025 - Auftakt in Würzburg
Den ganzen Artikel lesen

Rohstoffgipfel/Kongess 2018

20.02.2018
Rohstoffgipfel und Sägewerkskongress 2018: Rednerliste und Programm online
Den ganzen Artikel lesen

20.12.2017
Ein Drittel der Langholztransporte in Baden-Württemberg und Bayern künftig unzulässig - Transport von 20- und 21-Meter-Stämmen nicht mehr zugelassen
Den ganzen Artikel lesen

01.12.2017
Naturpark Possen: Unnötige Verknappung des Rohstoffs Holz
Den ganzen Artikel lesen

Holztransport

22.11.2017
Sturmholz in Brandenburg: Erhöhung des Transportgewichts auf 44 Tonnen möglich
Den ganzen Artikel lesen

11.11.2017
Weltklimakonferenz: Ohne die nachwachsende Ressource Holz scheitert die Abkehr von einer erdölbasierten Wirtschaft
Den ganzen Artikel lesen

Kongress Visual

17.10.2017
Weichenstellungen der Branche auf dem Prüfstand - AGR und DeSH laden zu Rohstoffgipfel und Sägewerkskongress 2018
Den ganzen Artikel lesen