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ELDATsmart
ELDATsmart Module

Digitale Datenverarbeitung ist aus der Industrie nicht mehr wegzudenken. Diese Entwicklung betrifft auch die Holzlogistik. Der bekannte Kommunikationsstandard ELDAT dient dazu, Informationen, die zwischen den mit Rohholz handelnden Partnern versendet werden, zu vereinheitlichen, um sie anschließend elektronisch verarbeiten zu können.

ELDATsmart als Weiterentwicklung des bisherigen ELDAT zielt auf eine Verschlankung und Modularisierung des bisherigen Standards ab. Zentral dabei ist die Definition der benötigten Informationen sowie die Konkretisierung von Pflichtinformationen und Formaten.

Der ELDATsmart-Standard ist in Module gegliedert (bspw. Holzeinschlag, Werkseingang, Rücksendung), die Daten generieren und an die Warenwirtschaftssysteme übergeben können. Dies führt zu einer effizienteren Datenverarbeitung, die Abstimmung und interne Programmierung reduziert sich. Zeitaufwändige manuelle Dateneingaben entfallen.

Zur Ausarbeitung des Standards haben sich die Vertreter von Forstwirtschaft und Holzindustrie sowie IT-Dienstleister gemeinsam in der eigens dafür eingerichteten ELDAT User Group in verschiedenen Treffen abgestimmt. Nachdem die Datengrundlage für den zukünftigen Datentransfer unter aktiver Beteiligung der Nutzergruppe erarbeitet wurde, begann die Auswahl von Pilotregionen.

Darüber hinaus wird der Datenstandard noch mit Hilfe, des vom KWF entwickelten ELDAT Basic Viewers auf seine inhaltliche Vollständigkeit geprüft. Der ELDAT Basic Viewer wird später z. B. von Kleinprivatwaldbesitzern für die Erstellung von ELDATsmart-Dateien genutzt.

Mit diesen beiden Tests soll gewährleistet werden, dass alle Beteiligten die ELDATSmart-Daten problemlos Einlesen, Verarbeiten und Versenden können. 

Neben der Entwicklung des Datenstandards ELDATsmart wird auch ein Nutzerleitfaden dafür erstellt, der den einfachen Zugang und damit die verbundene Akzeptanz in der Branche sicherstellt. Darüber hinaus wird auch eine ELDAT-Rahmenvereinbarung über die Plattform Forst und Holz veröffentlicht.

 

 

Stimmen aus der Praxis

„Mehr Austausch mit den Kunden“
Reiner Nahrgang, Sachbereich Informationstechnologie bei HessenForst

„Wir versprechen uns von ELDATsmart, dass wir mit mehr Kunden in den Austauschprozess kommen. Bisher sind es vor allem wenige Großkunden, mit denen wir bilateral Daten austauschen. Wenn ELDATsmart vermehrt für den Bereitstellungs- und Abfuhrprozessprozess genutzt wird, erwarten wir einen schnelleren und störungsfreieren Abfuhrprozess und somit eine Qualitätsverbesserung bei Lieferanten und Kunden. Damit sich der Standard durchsetzt, müssen vor allem die Lieferanten bereit sein, das Polter mehr in den Fokus der Holzaufnahme zu setzen und mit den notwendigen Attributen zu versehen. Für die Etablierung sind Investitionen in die jeweiligen Schnittstellenprogramme unerlässlich."

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 „Industrie muss die Umsetzung vorantreiben“
Dr. Ekkehard von Bodelschwingh, Leiter Logistik Rundholz bei Ilim Timber Bavaria

„ELDATsmart ist eine Weiterentwicklung des klassischen ELDAT Standards, wie er erstmalig im Jahr 2002 auf der Interforst vorgestellt wurde – man könnte in Teilen auch vom „alten Wein in neuen Schläuchen“ sprechen. Von Ausnahmen abgesehen wurden in den vergangenen 15 Jahren fast ausschließlich Werksvermessungsdaten aus der Sägeindustrie über diesen „Standard“ ausgetauscht, welcher in der Praxis von jedem Unternehmen unterschiedlich interpretiert wurde.
Eine spürbare Senkung von Overheadkosten und Erfassungsfehlern ist erst durch eine standardisierte, durchgängige Datenweitergabe über die neu definierten Module von ELDATsmart - Holzbereitstellung, Transportauftrag, elektronischer Lieferschein, Vermessungsdaten (bzw. Verwiegung) - zu erreichen.
Es wird maßgeblich von der Säge-, Papier- und Holzwerkstoffindustrie abhängen, diese Daten konsequent von allen ihren Lieferanten und Dienstleistern einzufordern und im Gegenzug diesen auch anzubieten, um eine flächige Umsetzung in den nächsten zwei bis vier Jahren erreicht zu haben. Andernfalls werden wir im Jahr 2030 weiterhin mit Mitteln aus dem letzten Jahrtausend kommunizieren."

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„Bereits jetzt bereit für ELDATsmart"
Ursula Fendel, WASP-Logistik GmbH

„Durch die Digitalisierung von Arbeits- und Logistikabläufen ermöglichen die Softwaremodule von WASP eine effiziente Automatisierung und die Optimierung der Wertschöpfungskette der Forst- und Holzindustrie. Basis für einen problemlosen Datenaustausch ist die Verwendung von Standards. Als neuer Datenstandard für die Logistikkette vom Wald bis zum Werk ist die Einführung des ELDATsmart geplant. Neben ELDATclassic wird der neue Standard bereits jetzt von WASP unterstützt.“

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„Medienbruchfreie Datenübermittlung"
Janine Hielscher, ThüringenForst

„Die Holzbereitstellung erfolgt bei ThüringenForst polterweise an der Waldstraße. Um die Polterdaten und damit das Rundholz schnellstmöglich ins Sägewerk zu liefern, ist es aus unserer Sicht von hoher Bedeutung, eine medienbruchfreie Datenübermittlung zu gewährleisten. [...] Der große Vorteil von ELDATsmart ist, dass der Standard selbst zur Kernaufgabe geworden ist. Hierzu zählen die Einführung von Pflichtfeldern und die Beschreibung der einzelnen Felder. Besonders positiv ist außerdem der Polterbezug. Der Polter als Verkaufs- und Logistikeinheit steht nun sinnvollerweise im Mittelpunkt. Dies ermöglicht eine lückenlose Datenverarbeitung entlang der Logistikkette Wald - Werk. Durch die detaillierte Beschreibung der einzelnen Pflichtfelder sollte die Kommunikation zukünftig auch leichter und dadurch effizienter sein."  

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„Logistiküberwachung in Echtzeit“
Antje Maschmann-Fehrensen, Geschäftsführerin Holzindustrie Templin

„Der neue ELDATsmart wird ein Datenformat für alle Anwender sein. Die weitere Verwendung von individuellen Schnittstellen ist aber weiterhin möglich. Seine wichtigsten Neuerungen sind die weitere Standardisierung und der neue modulare Aufbau. Wir können uns die Verwendung des ELDATsmart vor allem bei der weiteren Prozessautomatisierung vorstellen. Eine Überwachung der Logistik in "Echtzeit" wird insbesondere für Logistiker wie auch für das Unternehmen von Vorteil sein.
Wichtig ist vor allem, dass die einheitliche Verwendung von ELDATsmart bereits beim Waldbesitz beginnt. Eine individuelle Aufsetzung in das unternehmenseigene System sollte erst durch das Unternehmen oder den Logistiker erfolgen. Die größte Herausforderung wird sein, eine breite Akzeptanz aller Akteure zu erreichen. Erst dann werden potentielle Vorteile voll zur Geltung kommen."

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„Die Nutzung eines einzigen Datenformats wird die Geschäftsprozesse der Wertschöpfungskette Holz erheblich optimieren"
Jean-Lionel Payeur-Poirier, Landwirtschaftskammer Niedersachsen

„Im Rahmen des Projekts GeProOpt_Holz wird die Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Anwendung von ELDATsmart nicht nur anbieten, sondern sogar fördern. Aus dem Produkt von GeProOpt_Holz, einem integrativen IT-System, werden die meisten Dateien nur im ELDATsmart-Format zur weiteren Verwendung exportierbar sein. Wir ist fest davon überzeugt, dass die gemeinsame Nutzung eines einzigen Datenformats die Geschäftsprozesse der Wertschöpfungskette Holz erheblich optimieren kann. In allen Branchen ist eine Verbesserung der Kommunikation in der Regel mit einer Effizienzsteigerung verbunden. Die Verwendung dieses Standards wird den Aufwand für die Konzeption und Umsetzung von Schnittstellen zwischen verschiedenen Programmen stark reduzieren. Es wird auch eine reibungslose und schnelle Integration neuer Software und Apps im existierenden Systemen ermöglichen.

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„Beim alten ELDAT-Standard war die nachträgliche Korrektur der Daten teilweise aufwändiger als die manuelle Erfassung"
Rainer Jebe, Ingenieur-Büro Rainer Jebe

„Ich kann mich noch genau an meine erste ELDAT-Schnittstelle aus dem Jahr 2008 erinnern. [...] Da die Holzlieferanten unterschiedliche Softwareprodukte einsetzten und zum Teil auch unterschiedliche Pflichtfelder in der ELDAT-Datei definierten, war der Standard kein Standard mehr. Eine besondere Herausforderung war das Einlesen von Lieferankündigungen, Eingangsrechnungen und Holzlisten. [...] Der Aufwand für die nachträgliche Korrektur der Daten stand im keinem Verhältnis mehr zu einer manuellen Erfassung durch den Bediener.

Als ich erfuhr, dass der ELDAT-Standard überarbeitet werden sollte, habe ich dieses sehr positiv aufgenommen. Durch die klare Festlegung des Datenaufbaus und die Definition von Pflichtfeldern bei ELDAT-smart werde ich diese Schnittstelle in meinen Softwareprogrammen unterstützen. Interessant sind auch die Erweiterungen für den Holztransport und der elektronische Lieferschein. Hier sehe ich eine weitere Rationalisierung der Arbeitsabläufe zwischen Lieferant, Holzabnehmer und Transportwirtschaft."

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„Datenfehler vermeiden“
Philipp Kopp, IT-Manager bei der Bockelmann-Holz GmbH

"Größtes Hindernis des alten ELDAT-Standards waren die zu großen Interpretationsmöglichkeiten bei der Informationsvergabe. Diese müssen so weit wie möglich eingeschränkt werden und die Eingabe der Daten muss so transparent und nachvollziehbar wie möglich sein.
Mit der Standardisierung durch das neue ELDATsmart können Prozesse weiter automatisiert und Datenfehler bei der Übertragung ausgeschlossen werden. Die neue schlanke Struktur des ELDATsmart ist übersichtlicher und weniger komplex und wird die Anwendung erleichtern.
Anwendungsmöglichkeiten sehen wir in unserem Unternehmen vor allem im Bereich: Holzbereitstellung und elektronischer Lieferschein. Ein Nutzen könnte für uns vor allem in einer Beschleunigung der Prozesse liegen. Dies kann aber erst geschehen, wenn weitere Prozessbeteiligte auch den neuen ELDATsmart Datenstandard verwenden."

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„Der Paradimenwechsel vom Warenkorb (classic) zum Prozessschritt (smart) verspricht ein Ende unzähliger Derivate"
Matthias Nagel, Leiter Vertrieb & Marketing bei INTEND Geoinformatik

„Mit den ELDAT-Referenztabellen wurde bereits ein wichtiger Schritt zur Konsolidierung der Kommunikation im Cluster Forst und Holz vollzogen, die Wirkkraft von ELDATsmart muss sich jetzt durch eine zeitnahe Umsetzung entfalten und in der Praxis bewähren.

Als Software-Hersteller einer mobilen Holzerfassung werden wir Konzeption und Implementierung in enger Abstimmung mit unseren Kunden vornehmen, um die Holzbereitstellung von der Ernte bis zur Rechnungsstellung in diesem Format zu kommunizieren. Der Paradimenwechsel vom Warenkorb (classic) zum Prozessschritt(smart) verspricht ein Ende unzähliger Derivate.“ 

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„Sobald der neue Eldat-Smart-Standard eingesetzt wird, wird Inforst auch Schnittstellen dafür anbieten"
Christine Müller, Inforst 

„Inforst bietet offline lauffähige Android-Apps für die Holzaufnahme. Die Apps WaldFliege und WaldKarte ermöglichen die Datenaufnahme im Wald mit Smartphone oder Tablet. Ist dann wieder ein Netzzugang vorhanden, können die Holzdaten verschickt werden. An die Geschäftstelle der FBG zum Beispiel. Oder an den Spediteur, den Holzabnehmer oder auch nur ins eigene Büro. Dabei sollen Herstellergrenzen möglichst nicht stören. Deshalb bietet Inforst schon lange Schnittstellen in die Systeme von Habsys, Latschbacher, TimberTec, DekaData und andere Hersteller. Diese Schnittstellen basieren häufig auf dem bisherigen Eldat-Standard. Sobald der neue Eldat-Smart-Standard eingesetzt wird, wird Inforst auch Schnittstellen dafür anbieten."

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25.01.2018

38. Freiburger Winterkolloquium: Wie kampagnenfähig sind eigentlich Forst- und Holzwirtschaft?

23. - 25.03.2018

Premiere: RegioForst in Chemnitz

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