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Nachhaltige Rohstoffversorgung
Wald- und Produktkettenzertifizierung
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Die AGR unterstützt die Bemühungen zur Erhaltung und Schaffung einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung. Die AGR und seine Mitglieder lehnen daher die Verwendung illegal geschlagenen Holzes grundsätzlich ab.

Das deutsche Waldgesetz ist eines der strengsten Waldgesetze weltweit. Es gibt den jahrhundertelangen Bemühungen der deutschen Förster für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung die entsprechende Rechtssicherheit. Trotz ausreichender Gesetze und einen zunehmenden Waldanteil in Deutschland, werden die deutschen Verbraucher immer wieder durch Medienberichte über die Zerstörung meist tropischer Wälder verunsichert. Um dieser Verunsicherung des Verbrauchers entgegen zu wirken, wurden Zertifizierungssysteme entwickelt, die eine nachhaltige und verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung durch die gesamte Lieferkette belegen sollen, sogenannte Produktkettenzertifizierung oder Chain-of-Custody-Zertifizierung (CoC). 

Für die deutsche Forst- und Holzwirtschaft haben insbesondere zwei international anerkannte Zertifizierungssysteme Bedeutung erlangt: 

Die Mitgliedsunternehmen der AGR haben in der Regel eines oder sogar beide dieser CoC-Zertifikate. Durch regelmäßige Kontrollen (sog. Audits) von unabhängigen Prüfgesellschaften, wird regelmäßig dokumentiert, dass die Produkte unserer Unternehmen aus einem Rohstoff gefertigt werden, welcher aus nachhaltig und legal bewirtschafteten Wäldern stammt.

Anforderungen an nicht-zertifiziertes Material

Die Unternehmen der Holzindustrie sind nach wie vor auf den Bezug von Material aus nicht zertifizierten Quellen angewiesen. Um den Einkauf von Rohstoffen aus kritischen bzw. umstrittenen Quellen auch bei nicht zertifiziertem Material auszuschließen, haben die meisten Unternehmen ein eigenes Sorgfaltssystem zur Risikoeinschätzung der Rohstoff-Lieferungen eingeführt. Neben Unternehmenseigener Bewertungskriterien, orientieren sich die Unternehmen zur Risikoeinstufung an den Anforderungen der etablierten Zertifizierungsorganisationen PEFC und FSC.

FSC – Chain of Custody - Controlled Wood:

Eine Übersicht der Bewertung verschiedener Länder bietet folgende Website: globalforestregistry

PEFC – Chain of Custody - Due Diligence System (DDS)

Ein wichtiges Beurteilungskriterium der Legalität ist der Korruptionsindex von Transparency International. Bei Ländern mit einem Korruptionsindex unter 5, werden weitergehende Nachforschungen hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Begleitdokumente zum gelieferten Material empfohlen. Nachfolgende Karte gibt einen Überblick über die Einstufen der Länder in Mitteleuropa.

Herkunftsnachweis für Sägenebenprodukte

Mit einer Chain-of-Custody-Zertifizierung soll der Weg des Holzes vom Ursprungsort im Wald über die gesamte Verarbeitungskette bis zum Endprodukt zurückverfolgt werden. Die Produkte der Zellstoff- und Papier, sowie der Holzwerkstoffindustrie bestehen mehrheitlich aus einem Mix aus zertifizierten und nichtzertifizierten Rohstoffen. Sie verwenden Rundholz und die in Sägewerken anfallenden Nebenprodukte – eigentlich ein Musterbeispiel der Kaskadennutzung von Holz. Ist die Rückverfolgung der Herkunft bei Rundholz schon problematisch, so ist sie jedoch bei Sägenebenprodukten durch die Vermischung der Rohstoffe im Laufe der Produktionskette momentan unrealistisch. Die Gründe hierfür sind vor allem technische Restriktionen, die eine physische Trennung der Rohstoffe bei den Holzverarbeitern und Händlern unmöglich machen. Nicht zuletzt liegst aber auch am massiven Wettbewerb zwischen stofflichen und energetischen Holzverwertern und der fehlenden juristischen Durchsetzbarkeit von Lieferantenauskünften aufgrund der Freiwilligkeit einer Zertifizierung. 

Arbeitskreis Zertifizierung

Die AGR koordiniert den verbandsübergreifenden Arbeitskreis Zertifizierung. In diesem Arbeitskreis sind Vertreter von Unternehmen und Verbänden der deutschen Holzwirtschaft organisiert. Die Aufgabe des Arbeitskreises ist, die Entwicklungen im Bereich der Wald- und Produktkettenzertifizierung sowie der europäischen Holzhandelsregelungen im Interesse der Unternehmen zu begleiten, über Veränderungen im Bereich der Standards rechtzeitig zu informieren und bedarfsweise Empfehlungen und Stellungnahmen für Zertifizierungsorganisationen und politische Akteure zu erarbeiten.

Ziele

Aufgaben

Mitglieder

Verbände:

Unternehmen (Auszug): 

Egger Holzwerkstoffe, Glunz AG, Klausner Holding AG, Pfleiderer AG, proNaro GmbH, UPM GmbH, Zellstoff Stendal Holz GmbH, Stora Enso Deutschland

termine

25.01.2018

38. Freiburger Winterkolloquium: Wie kampagnenfähig sind eigentlich Forst- und Holzwirtschaft?

23. - 25.03.2018

Premiere: RegioForst in Chemnitz

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