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Halleluja - Ein Hoch auf den Tannenbaum!21.12.2011

In den Weihnachtstagen sind Tannenbäume glamourös wie Top-Models. Dabei kann der Nadelbaum viel mehr als nur gut aussehen. Allerdings gibt es auch ein Problem: Den deutschen Wäldern fehlt der Nachwuchs.

Berlin, 21. Dezember 2011 – Schönheit ist vergänglich. Darum: Wenn Sie dieser Tage die Pracht Ihrer Weihnachtstanne bewundern, würdigen Sie neben den „äußeren“ auch die „inneren“ Werte des Nadelbaums:

Er macht gute Produkte: Nadelholz ist oft leichter und gleichzeitig tragfähiger als sein Pendant, das Laubholz. Dachstühle bei Häusern und Spanplatten für Möbel werden oft nur aus Nadelholz hergestellt. Auch hochwertiges Papier für Hochglanzmagazine würde es ohne Nadelholz nicht geben. Der Nadelholzanteil in den gängigen Holzprodukten beträgt zwischen 70 und 90 Prozent.

Er schützt das Klima: Nadelholzprodukte wie beispielsweise Bauholz haben oft eine längere Lebensdauer als die Produkte aus Laubholz. Sie binden den Kohlenstoff des Klimagases CO2 weitaus länger als die meisten Laubholzprodukte. Baumarten wie Douglasie und Tanne sind zudem klimaresistent und tragen positiv zur Errichtung gesunder Mischwälder bei.

Er sorgt für Wohlstand: Nadelholz ist wichtigster Holzrohstoff Deutschlands und extrem produktiv: Während Eiche und Buche einen jährlichen Zuwachs von acht beziehungsweise 15 Kubikmetern aufweisen, sind es bei Fichte und Douglasie bis über 20 Kubikmeter pro Jahr und Hektar (etwa Fußballfeldgröße). Die deutsche Holzwirtschaft beschäftigt vor allem dank des ergiebigen Nadelholzes in über 70.000 Betrieben etwa 750.000 Menschen und macht einen Umsatz von rund 100 Milliarden Euro im Jahr.

Er belebt den Menschen: Verschiedene Nadelbäume dienen als Heilpflanzen in der Naturheilkunde und Medizin. Die ätherischen Öle der Blätter von Baumarten wie Fichte oder Kiefer wirken desinfizierend und erfrischend. Sie werden deshalb als Inhalationsmittel und als aromatisch-würziger Saunaduft verwendet.

Das Nachwuchs-Problem: „Deutschlands Wäldern gehen die Nadelbäume aus“, sagt Dr. Denny Ohnesorge, Forstwirt und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR). Dabei sind nicht die Tannenbäume auf den Weihnachtsmärkten gemeint. Die kommen zum überwiegenden Teil aus eigens dafür angelegten Weihnachtsbaumplantagen – oft aus dem Ausland wie zum Beispiel Dänemark. Die Bäume werden häufig gedüngt und vereinzelt mit Herbiziden behandelt. Die beliebte Nordmannstanne kommt beispielsweise aus nordamerikanischen Wäldern. Ebenso wenig heimisch sind Blaufichte, Küstentanne und die Edeltanne.

Heimische Nadelbäume sind: Fichte, Weißtanne, Douglasie oder auch Kiefer. In Deutschland wird die Pflanzung von Laubbäumen massiv gefördert, um Nadelwälder in Laubwälder umzuwandeln. Darum sind heute in der jungen Waldgeneration der bis 20-jährigen Bäume weniger als 30 Prozent Nadelbäume. „Hier muss umgedacht werden“, fordert der Wald- und Holzexperte Denny Ohnesorge. Die Landes- und Bundesforstbetriebe sollten als öffentlicher Wald Vorbildfunktion übernehmen und wieder mehr Nadelbäume pflanzen. Ohnesorge: „Um künftig die ökonomischen und ökologischen Ansprüche an den Rohstoff Holz auch nur annähernd befriedigen zu können, sollte der Nadelholzanteil der Wälder mindestens 50 Prozent betragen – vorzugsweise im stabileren und vitaleren Mischwald mit Laubholz.“ Der Forstwirt betont: „Mischwälder mit einer Vielzahl von Baumarten sind die beste Antwort auf den Klimawandel.“

Wie sich der künftige Mangel auswirken wird, bekommt die deutsche Holzwirtschaft bereits heute zu spüren: Deutschland ist seit 2009 Nettoimporteur von Nadelholz. Das heißt, es wird mehr Nadelholz importiert als exportiert. Erste Unternehmen schließen ihre Standorte und wandern nach Osteuropa ab.
 

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