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Neue Totalschutzzonen in Thüringen gefährden die strukturschwachen Regionen09.02.2011

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) und der Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) warnen vor einer weiterenSchwächung der regionalen Wirtschaft in Thüringen. 

Berlin, 09. Februar 2011 – Bis zu 25.000 Hektar hochproduktivenWirtschaftswald will das Land Thüringen aus der Nutzung nehmen. Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) und der BundesverbandSäge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) setzen sich bundesweit füreine nachhaltige Waldbewirtschaftung ein und wehren sich daher gegen diesesVorhaben. „Mit Flächenstilllegungen ist niemandem geholfen. Wir schützen ambesten, indem wir nutzen“, erklärt Lars Schmidt, geschäftsführender Vorstandbeim BSHD.

Die Vorteile einer schonenden Waldnutzung ziehen sich lautSchmidt durch die gesamte Wertschöpfungskette. Der studierte Forstwirtbetont: „Der bewirtschaftete Wald bewahrt Artenvielfalt, bietet Schutz vor Stürmen und die langfristige Verwendung von Holz speichert CO2 und dient damit dem Klimaschutz. Forst- und Holzwirtschaft gehören zu den wenigen Wirtschaftszweigen, die mit Natur- und Klimaschutz einhergehen.“ 

Das Land Thüringen strebt darüber hinaus eine Erweiterung desUNESCO-Biosphärenreservats Vessertal-Thüringer Wald an. „Dabei ist dieseErweiterung gar nicht notwendig, um den UNESCO-Status zu erhalten“,erläutert Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der AGR. Denn nach denKriterien der UNESCO ist eine Mindestgröße für Biosphärenreservate nichtunbedingt erforderlich, sondern richtet sich nach dem jeweiligenSchutzzweck. Da das Vessertal den UNESCO-Status bereits hat, ist einvielfach beschworener touristischer Mehrwert nicht zu erwarten. „Vielmehrprofitiere der Tourismus durch die nachhaltige Holznutzung, welche durch denUmbau von Monokulturen für den Wanderer und Naturbeobachter einzigartigeMischwälder schafft“, so der Forstwissenschaftler. 

Die beiden Verbände warnen daher vor einer langfristigen Schwächung derregionalen Wirtschaft. „Die Flächenstilllegungen führen zu einem großenSchaden für die ohnehin strukturschwache Region West-Thüringen“, sagt LarsSchmidt. Eine Studie über die volkswirtschaftliche Bedeutung der ThüringerForst- und Holzwirtschaft fand heraus, dass an 100 Festmetern Holz in dergesamten Wertschöpfungskette bis zu zwei Vollzeitarbeitsplätze hängen.Würden die im Koalitionsvertrag benannten 25.000 Hektar Nutzungsverzichtumgesetzt, bedeutet dies etwa 150.000 bis 200.000 Kubikmeter weniger Holzpro Jahr. Der Abbau von bis zu 4.000 Arbeitsplätzen würde demnachWaldarbeiter, Förster, Forstdienstleister, Holzspediteure, Holzwerke,Holzhandel, Zimmereien und viele nachgelagerte Branchen treffen.

„Aber nicht nur die regionale Wirtschaft ist betroffen“, fügt Ohnesorgehinzu. Vor allem der Steuerzahler werde für die fehlenden Steuereinnahmenaufkommen müssen. Jeder Festmeter Holz, der vom Stamm bis zum Endprodukt dieWertschöpfungskette durchläuft, erwirtschaftet nach Angaben der Verbänderund 60 Euro für die Staatskasse. „Wir sprechen hier von bis zu zwölfMillionen Euro, die dem Fiskus dadurch verloren gehen würden – vomWertverlust des Waldes in Höhe von etwa 250 Millionen Euro durchNutzungsverzicht in diesen Flächen ganz zu schweigen“, so Ohnesorge.  

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